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Fragen zum Kammerbeitrag

Der Kammerbeitrag dient zur Deckung der Kosten für die von der Handwerkskammer ausgeübten Tätigkeiten. Die finanzielle Belastung wird auf alle Mitgliedsunternehmen verteilt, um die individuelle Zahlungsverpflichtung möglichst gering zu halten.

Mitglieder der Handwerkskammer sind alle im Kammerbezirk ansässigen Handwerksunternehmen einschließlich deren Mitarbeiter; ebenso Personen, die ihr Handwerk nach § 90 Abs. 3 HwO betreiben.

Die individuellen Beratungsleistungen der Handwerkskammer sind vielfältig. Neben der klassischen Betriebsberatung können Handwerksunternehmer sich auch zu Themen wie Finanzierung, Förderung, Technik, IT und Digitalisierung, Recht, Ausbildung, Weiterbildung, Messen, Nachhaltigkeit und Energieeinsparung beraten lassen.

Die Beitragszahlung ergibt sich aus der Handwerksordnung und beruht somit auf einer gesetzlichen Grundlage. Die Beitragsordnung und die aktuelle Beitragsfestsetzung der Handwerkskammer Schwerin finden Sie hier:

Die Vollversammlung der Handwerkskammer, also die gewählten selbstständigen Handwerker und Gesellen, beschließt alljährlich die Beitragsfestsetzung neu.

Beiträge müssen von allen Mitgliedsunternehmen gezahlt werden. Die Beitragspflicht beginnt mit der Eintragung und endet mit der Löschung bei der Handwerkskammer. Die Löschung kann frühestens mit dem Tage der tatsächlichen Betriebsabmeldung erfolgen.

Der Beitrag setzt sich aus einem Grundbeitrag und einem Zusatzbeitrag zusammen. Beide Beitragsbestandteile sind gestaffelt, abhängig von Rechtsform und Ertragslage des Unternehmens. Der Mindestbeitrag ist von allen Betrieben zu zahlen. Dies gilt auch für Kleinstunternehmen, unabhängig von der Ertragslage, also auch bei Verlust. Durch den Grundbeitrag wird eine solidarische Grundfinanzierung der Handwerkskammer erreicht.

Die Handwerkskammer ist die Interessenvertretung des Handwerks in der Region. Neben der Erfüllung vielfältiger gesetzlicher Aufgaben, wie das Führen der Handwerks- und der Lehrlingsrolle, der Durchführung von Meisterprüfungen oder der öffentlichen Bestellung von Sachverständigen, setzen wir uns gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit für die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein.

Die Beitragspflicht gilt auch für Existenzgründer. Allerdings gibt es für Einzelunternehmer, die erstmalig überhaupt eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen, Sonderregelungen.

Wer sein Gewerbe auch vorübergehend nicht betreibt, bleibt dennoch beitragspflichtig. Maßgeblich ist auch hier die aktuelle Gewerbemeldung.

Sollte sich der Unternehmensgegenstand verändert haben, wäre das Gewerbe umzumelden. Mit Einstellung der Handwerkstätigkeiten würde dann auch die Beitragspflicht zur Kammer erlöschen.

Ob ein Handwerk im Haupt- oder Nebenerwerb ausgeübt wird, spielt für die Erhebung des Beitrages keine Rolle.

Unternehmen, für die aufgrund einer gemischt-gewerblichen Struktur Beiträge sowohl an die Industrie- und Handelskammer
als auch an die Handwerkskammer anfallen, können abgegrenzt werden. Nach einem zwischen beiden Kammern vereinbarten Teilungsverhältnis erfolgt dann die Veranlagung jeweils nur mit einem halben Grundbeitrag und einem variablen Zusatzbeitrag.

Berechnungsgrundlage für den Zusatzbeitrag 2020 ist der Gewerbeertrag bzw. Gewinn aus Gewerbebetrieb, den das Finanzamt für das Steuerjahr 2017 festgesetzt hat. Hieraus wird mit einem Hebesatz von 1,25 bzw. 0,80 Prozent der Zusatzbeitrag ermittelt.

Die Gewerbeerträge werden der Kammer aufgrund einer gesetzlichen Regelung in der Handwerksordnung durch die Finanzverwaltung mitgeteilt. In der Regel liegen nach drei Jahren alle entsprechenden Daten vor. Dies erspart vorläufige Veranlagungen mit lediglich geschätzten Gewerbedaten und damit verbundenen späteren Korrekturen.

Soweit die der Veranlagung zugrunde gelegten Ertragsdaten nicht mit den tatsächlichen Werten übereinstimmen, leiten Sie der Kammer bitte die gültigen Steuerbescheide zu, damit eine Beitragskorrektur erfolgen kann.

Wenn die Bemessungsgrundlage zum Zeitpunkt der Veranlagung nicht vorgelegen hat, wird die zuletzt vorliegende Bemessungsgrundlage herangezogen. Wird der tatsächliche Gewerbeertrag nachträglich mitgeteilt oder vom Finanzamt berichtigt, so erfolgt in Verbindung mit der jeweiligen Beitragsfestsetzung eine Neuberechnung.

Der Beitrag ist eine öffentliche Abgabe. Die Fälligkeit entsteht mit Zugang des Bescheides bei dem Unternehmen. Ein Widerspruch hat keine aufschiebende Wirkung, d.h., auch bei Einlegung eines Widerspruchs ist der Beitrag zunächst zu zahlen.

Sollte die Einziehung der Beiträge dem Betrieb Schwierigkeiten bereiten, kann die Forderung gestundet oder eine Ratenzahlung vereinbart werden. Trifft die Beitragszahlung den Betriebsinhaber besonders hart, ist eine Ermäßigung denkbar. Grundlage dafür ist die gesamtwirtschaftliche Situation des Antragstellers. Hier wird zunächst das gesamte Familieneinkommen herangezogen. Weitere Aspekte können etwa Arbeitsunfähigkeit, hohes Alter oder andere außergewöhnliche Situationen sein. Anträge sind jeweils schriftlich zu stellen.

Beiträge, die nach einer Zahlungsfrist von 14 Tagen nicht beglichen sind, werden angemahnt. Erfolgt auch danach keine Zahlung, wird über die Landeszentralkasse die Vollstreckung eingeleitet.

Wichtiger Hinweis: Die im Falle von Mahnung und Vollstreckung anfallenden zusätzlichen Kosten müssen vom Beitragsschuldner übernommen werden.

Der Anspruch auf Zahlung der Beiträge verjährt in fünf Jahren.

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