Handwerk kümmert sich mit Erfolg früher um Nachwuchs

Ergebnisse der aktuellen Umfrage der Handwerkskammer Schwerin unter Ausbildungsbetrieben

Insgesamt 212 Ausbildungsbetriebe aus dem Kammerbezirk haben sich aktuell an einer Umfrage der Handwerkskammer Schwerin beteiligt. Davon geben rund 26 % an, bereits neue Ausbildungsverträge für 2017 geschlossen zu haben. Im Vergleich zur Vorjahresumfrage sind es rund 6 % Prozent mehr, die ihre Verträge jetzt schon unter Dach und Fach haben. 67 % haben für das neue Ausbildungsjahr noch freie Ausbildungsplätze im Angebot. 16 % sagen, dass sie 2017 nicht ausbilden werden. Als Grund dafür wird überwiegend eine mangelnde Ausbildungsreife von Schulabgängern oder ein Mangel an Bewerbungen angegeben.

Am häufigsten werden noch Auszubildende in den Handwerksberufen Metallbauer/-in Kfz-Mechatroniker, Tischler, Dachdecker, Anlagenmechaniker und Elektroniker gesucht. Im Beruf Kfz-Mechatroniker wurden aber auch schon die meisten Ausbildungsverträge neu abgeschlossen.

Was tun die Betriebe, um ihren Nachwuchs zu sichern? Das am häufigsten genutzte Instrument, Jugendliche für eine Ausbildung im eigenen Betrieb zu gewinnen, bleibt das Praktikum: 74 % setzen darauf. Rund 40 % arbeiten mit den Schulen in ihrer Region zusammen. Fast ein Drittel nimmt an Berufsinfotagen, Projekttagen und Lehrstellenbörsen teil. Ebenfalls ein Drittel nutzt mittlerweile soziale Netzwerke wie Facebook. Mehr als 18 % geben an, mit erhöhtem Lehrlingsentgelt zu punkten. Und rund 11 % setzen auf Sonderkonditionen wie Fahrtkostenzuschüsse, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Prämiensysteme oder Weiterbildung.

Der weitaus größte Teil der befragten Betriebe will auch in Zukunft weiter ausbilden. Rund 85 % geben an, weiter auf Ausbildung zu setzen und Lehrlinge gewinnen zu wollen. Darüber hinaus wollen ergänzend etwa 35 % die betriebliche Weiterbildung verstärken, das sind fast 10 % mehr als im letzten Jahr. 62 % setzen darauf, Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zu finden. 48 % der Befragten sind bereit, Flüchtlinge als Praktikanten, Auszubildende oder Arbeitskräfte aufzunehmen.

„Das Prinzip des ‚frühen Vogels“ scheint auch bei der Nachwuchssuche zu funktionieren“, sagt Edgar Hummelsheim, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwerin. „Unsere aktuelle Statistik zeigt, dass wir bis heute bereits 250 Lehrverträge neu eintragen konnten. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Plus von etwa 17 Prozent.“ Dem Mangel an Bewerbern würden die Betriebe aktiv begegnen und sich engagiert um Nachwuchs bemühen. „Das Handwerk hat sich mit seiner bundesweiten Imagekampagne und mit attraktiven Angeboten der Betriebe sehr gut aufgestellt. Angesichts der seit Jahren guten Konjunktur punktet das Handwerk mit einer sicheren und chancenreichen Berufsperspektive“, sagt Hummelsheim.