Die Präsidenten der Handwerkskammern Schwerin Uwe Lange (M.) und Ostmecklenburg-Vorpommern Axel Hochschild (li.) mit Moderatorin und LPK-Vorstandsmitglied Karin Koslik in der Landespressekonferenz.

Frühjahrskonjunktur 2026Handwerk unter Druck - Entlastungsprämie völlig inakzeptabel

Handwerk unter Druck - Entlastungsprämie völlig inakzeptabel

Unter dieser Überschrift haben die Präsidenten der beiden Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern Uwe Lange (Schwerin) und Axel Hochschild (Ostmecklenburg-Vorpommern) in der Landespressekonferenz am 21. April über die zunehmend angespannte wirtschaftliche Lage im Handwerk berichtet.

Der Geschäftsklimaindex ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 110,5 auf 101,4 Punkte gesunken. Die durchschnittliche Auftragsreichweite aller handwerklichen Branchen hat sich von rund 12 Wochen im Vorjahresquartal auf aktuell 9,6 Wochen verringert. Gleichzeitig haben rund 45 Prozent der befragten Betriebe rückläufige Umsätze gegenüber dem Vorquartal gemeldet. 88 Prozent aller befragten Handwerksbetriebe verzeichneten explodierende Einkaufs- und Materialpreise. Die Kostenentwicklung schmälert die Ertragslage, erschwert die Kalkulation und führt zugleich dazu, dass private wie gewerbliche Auftraggeber Investitionen häufiger zurückstellen.

Stabil zeigen sich hingegen Beschäftigung und Ausbildung. "Im Handwerk sind die Beschäftigten nun mal das wichtigste Kapital der Unternehmen. Bevor Personal abgebaut wird, spart man an anderer Stelle, zum Beispiel bei Investitionen", so Präsident Uwe Lange von der Handwerkskammer Schwerin.

Beide Kammerpräsidenten verwahren sich dagegen, "dass Betriebe und Beschäftigte gegeneinander ausgespielt werden. Zum Beispiel, wenn Arbeitnehmern angesichts hoher Spritkosten eine Entlastungsprämie in Aussicht gestellt wird, die aber nicht der Staat, sondern die Unternehmen zahlen sollen". Angesichts der ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage ist die von der Bundesregierung initiierte Entlastungsprämie ohne Einbindung der Tarifpartner aus Sicht beider Präsidenten ein fatales Signal an die Unternehmen. Wieder einmal würden Verantwortung und Finanzierung auf Dritte abgewälzt, kritisieren die Präsidenten. Das sei völlig inakzeptabel.