argum / Falk Heller

Handwerker setzen weiter auf Ausbildung

Pressemitteilung vom 20.05.2016

Ergebnisse der aktuellen Umfrage der Handwerkskammer Schwerin unter Ausbildungsbetrieben

 Laut einer Umfrage der Handwerkskammer Schwerin, an der sich im April 2016 insgesamt 223 Ausbildungsbetriebe aus dem Kammerbezirk beteiligt haben, haben noch 78,5 % für das neue Ausbildungsjahr freie Ausbildungsplätze im Angebot. Ganz oder teilweise ihre Lehrstellen besetzt haben 20,2 % der befragten Betriebe.

 15,7 % sagen, dass sie in 2016 nicht ausbilden werden. Als Grund dafür wird überwiegend ein Mangel an Bewerbungen bzw. eine mangelnde Ausbildungsreife von Bewerbern angegeben. Am häufigsten werden noch Auszubildende in den Handwerksberufen Anlagenmechaniker, Elektroniker, Kfz-Mechatroniker, Metallbauer, Friseur, Fachverkäufer im Nahrungsmittelhandwerk und Tischler gesucht. Das beliebteste Instrument, Jugendliche für eine Ausbildung im eigenen Betrieb zu gewinnen, bleibt das Praktikum: rund 65 % der befragten Betriebe setzen darauf. Rund 30 % geben an, für ihr Praktikumsangebot keine Bewerbungen bekommen zu haben.

 Auf welche Maßnahmen setzen die Betriebe, um mit Jugendlichen in Kontakt zu kommen und ihren Nachwuchs zu sichern? Etwa 45 % arbeiten mit den Schulen in ihrer Region zusammen. Fast ein Drittel nimmt an Berufsinfotagen, Projekttagen und Lehrstellenbörsen teil. 25 % nutzen soziale Netzwerke wie Facebook. 21,5 % geben an, mit erhöhtem Lehrlingsentgelt zu punkten. Und 13 % setzen auf Sonderkonditionen wie Fahrtkostenzuschüsse, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Prämiensysteme oder Weiterbildung.

Der weitaus größte Teil der befragten Betriebe will auch in Zukunft weiter ausbilden. 88 % geben an, weiter auf Ausbildung zu setzen und Lehrlinge gewinnen zu wollen. Darüber hinaus wollen ergänzend etwa 26,5 % die betriebliche Weiterbildung verstärken und rund 63 % Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt finden. Dass sie zukünftig mit weniger Fachkräften auskommen können, sagen nur etwa 3 % der Betriebe. 51,6 Prozent der Befragten sind bereit, Flüchtlinge als Praktikanten, Auszubildende oder Arbeitskräfte aufzunehmen.

 „Unsere Handwerker setzen darauf, dass sie auch in Zukunft ihren Nachwuchs selbst ausbilden können“, sagt Kammer-Hauptgeschäftsführer Edgar Hummelsheim. Trotz aller Probleme mit gesunkenen Schülerzahlen, dem massenhaften Andrang auf Abitur und Studium und der zum Teil mangelnden Ausbildungsreife würde das Handwerk aktiv um Jugendliche werben und ihnen dabei zunehmend attraktivere Angebote machen. „Dass mehr als die Hälfte bereit ist, Flüchtlinge in ihren Betrieben zu integrieren, zeigt die Bereitschaft des Handwerks, auch bei schwierigen Startbedingungen zu helfen“, so Hummelsheim.