Joern Lehmann jl@lehmann-photo.de

Konjunktur bleibt auf der Höhe

Das Handwerk zeigt sich im Frühjahr weiter in guter Verfassung. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt der Klimaindex nur leicht ab. Ein milder Winter und die anhaltende Niedrigzinsphase haben die Entwicklung nahezu stabil gehalten.

Das Handwerk im Kammerbezirk Schwerin, zu dem aktuell 7.737 Betriebe zählen, bleibt im Konjunkturhoch. Mit 90,9 Punkten liegt der Geschäftsklimaindex nur 1,9 Punkte unter dem Vorjahreswert und bleibt damit auf hohem Niveau. Insgesamt bewerten jetzt 89% der Betriebe ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Im Vorjahr waren es 90%.

Die positiven Einschätzungen fallen nicht überall gleich aus. Mit 90 bzw. 97% liegen das  Bauhandwerk und die Ausbauhandwerke, zu denen z.B. die Bereiche Elektro- oder Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zählen, über dem Durchschnitt. Im Nahrungsmittelhandwerk, in den Gesundheitshandwerken und bei den persönlichen Dienstleistungen erreichen die Werte zwischen 85 und 91%. Etwas weniger zufrieden zeigen sich die Kfz- und auch die Zulieferbetriebe.

Die Umsatzentwicklung gegenüber dem Vorquartal  ist überwiegend gleichgeblieben. Der durchschnittliche Auftragsbestand der Betriebe beträgt wie im Vorjahr neun Wochen. Beinahe die Hälfte der Betriebe ist vollständig ausgelastet. In den Ausbauhandwerken sind es sogar 70% der Betriebe, die eine vollständige Auslastung angeben.

Die Beschäftigungslage zeigt sich nahezu unverändert, wogegen die Preise für Rohstoffe, Materialien oder Energie offenbar erneut gestiegen sind. Über die Hälfte aller befragten Betriebe gibt an, dass die Einkaufspreise gegenüber dem Vorquartal angezogen haben. In die Entwicklung der Verkaufspreise ist zwar auch Bewegung gekommen, aber nicht im gleichen Verhältnis wie bei den Einkaufspreisen. Nur 21% der Betriebe haben ihre Preise nach oben angepasst. Das Investitionsverhalten zeigt im Vorjahresvergleich hingegen nur geringfügige Veränderungen.

Die Erwartungen an den weiteren Konjunkturverlauf fallen äußerst positiv aus: 92% der Betriebe erwarten eine gute oder befriedigende Geschäftsentwicklung.

„Der Trend ist ungebrochen, dass Eigentümer und Mieter lieber in den Wert ihrer Immobilie oder in die Qualität ihres Wohnraumes investieren, statt sich über Null- oder sogar Minuszinsen bei ihrer Bank zu ärgern“, sagt Kammerhauptgeschäftsführer Edgar Hummelsheim. „Zudem lassen uns die verbesserten Werte im Nahrungsmittelhandwerk hoffen, dass die Verbraucher auch hier wieder zu Qualität und Regionalität zurückkehren.“

(An der Befragung haben sich 220 Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Schwerin beteiligt.)