Pressemitteilung vom 12.10.2015

Handwerk in Hochstimmung

Herbstkonjunktur im Handwerk mit Steigerung auf ohnehin hohem Niveau

Das Handwerk zeigt sich im Herbst im Konjunkturhoch: Der Geschäftsklimaindex hat den guten Wert des Vorjahres nochmals um fast 5 Punkte übertroffen. Dies spiegelt die Stabilität des Handwerks, das sich jetzt schon seit 2010 nahezu ungebrochen in guter Verfassung zeigt.

Geschäftslage: Mit 30,7 Punkten liegt der Geschäftsklimaindex deutlich über dem Vorjahreswert, der 25,9 Punkte betragen hatte. Insgesamt bewerten jetzt 95% der Betriebe ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Im Vorjahr waren es 91%. Davon bezeichnen jetzt sogar 58% (Vorjahr: 55%) ihre Geschäftslage als gut, für 37% (Vorjahr: 36%) stellt sie sich als befriedigend dar. Der Anteil derer, die eine schlechte Geschäftslage beklagen, beträgt demnach nur noch 5% (Vorjahr: 9%).
Die positiven Einschätzungen überwiegen in allen Gewerken mit großem Abstand. Überdurchschnittlich viele positive Bewertungen gibt es im Bauhandwerk sowie bei den Ausbauhandwerken (jeweils 96%). Hatten im vergangenen Jahr noch 21% der Bäcker und Fleischer ihre Geschäftslage als schlecht bewertet, sind es jetzt nur noch 8%.
Umsätze: Die Umsatzentwicklung bestätigt die anhaltend gute Entwicklung, wobei der mit Abstand größte Teil der befragten Betriebe die Entwicklung als „gleichgeblieben“ kennzeichnet (59%). Gestiegene Umsätze verzeichnen wie im Vorjahr 21%, gesunkene Umsätze melden ebenfalls 21%.
Auslastung: Nur noch sehr wenige Betriebe geben an, lediglich bis zur Hälfte ausgelastet zu sein (6%). Der weitaus größte Teil der Betriebe (61%) ist sogar bis zu 100 Prozent der vorhandenen betrieblichen Kapazitäten ausgelastet (Vorjahr: 51%).
Beschäftigung: Die Beschäftigungssituation im Handwerk ist anhaltend gut. Der Anteil der Betriebe, die über einen Rückgang ihrer Beschäftigtenzahlen berichten, ist auf nur noch 6% gesunken (Vorjahr: 9%). Bei 82% ist die Zahl der Mitarbeiter gleichgeblieben, 12% konnten ihr Personal sogar aufstocken  (Vorjahr: 9%).
Ein- und Verkaufspreise: Die Preise für Rohstoffe, Materialien und Energie verfestigen sich weiter auf hohem Niveau. Nach wie vor geben 39% (Vorjahr: 37%) aller befragten Betriebe an, dass die Einkaufspreise nochmals gestiegen sind. Mit jetzt 59% (Vorjahr: 17%) liegen vor allem die persönlichen Dienstleistungen, wie z.B. Friseure, Reinigungsgewerbe oder Fotografen deutlich über dem Durchschnitt. Kaum ein Betrieb gibt an, dass Einkaufspreise gesunken sind (2%).
Die Preissteigerungen gibt das Handwerk nach wie vor nur geringfügig in den Markt, d.h. an die Kunden weiter. Lediglich 14% haben ihre Preise nach oben angepasst. Bei dem mit Abstand größtem Teil der Betriebe (78%) sind die Verkaufspreise gleich geblieben, bei 8% sogar gesunken.
Investitionen: Nach den Schwankungen der vergangenen Jahre stabilisieren sich die Investitionen. 64% aller befragten Unternehmen geben an, gleichbleibend investiert zu haben. 14% melden, dass sie ihre Investitionen erhöht haben, das sind 2 Prozentpunkte  weniger als im Vorjahr. Über sinkende Investitionen berichten 22% (gegenüber 24% im Vorjahr).
Winterprognose: Der Ausblick auf den Winter und die damit verbundenen Erwartungen an den weiteren Konjunkturverlauf fallen sehr positiv aus: 94% der Betriebe erwarten eine gute oder befriedigende Geschäftsentwicklung. Nur 6% (Vorjahr: 8%) befürchten eine Verschlechterung.
An der Spitze der positiven Erwartungen stehen die Bauhandwerke. 73% der Baubetriebe im Kammerbezirk setzen für das kommende Quartal auf eine gute oder befriedigende Geschäftsentwicklung (Vorjahr: 53%). Darauf folgen die Ausbauhandwerke. Hier erwarten 68% der Betriebe eine positive Geschäftsentwicklung. Im Vergleich dazu befürchten noch 17% der Betriebe aus dem Nahrungsmittelhandwerk eher eine Verschlechterung ihrer Lage.
„Immer noch wird das Handwerk in großen Teilen von der hohen Nachfrage nach Bau- und Ausbauleistungen getragen. Aber auch der Blick auf die anderen Branchen bestätigt den  generell guten Binnenkonsum“, wertet Kammer-Hauptgeschäftsführer Edgar Hummelsheim die Ergebnisse der aktuellen Umfrage. „Die Zahlen lassen nach einem gelungenen Sommer auch auf einen erfolgreichen Jahresabschluss hoffen“, fasst Hummelsheim zusammen. „Die Einkommen steigen, die Zinsen bleiben niedrig und der Bedarf an Wohneigentum nimmt in vielen Gegenden ebenso zu wie der Bedarf nach einer besseren Infrastruktur“, erklärt der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer die guten Ergebnisse. „Die Nachfrage nach handwerklichen Leistungen bleibt damit auf hohem Niveau“, so Hummelsheim.
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An der aktuellen Umfrage der Handwerkskammer Schwerin, die derzeit 7.706 Mitgliedsbetriebe zählt, haben sich 259 Betriebe beteiligt.