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Stabilitätsanker in unruhiger Zeit

Ergebnisse der aktuellen Herbstkonjunkturumfrage der Handwerkskammer Schwerin

Die Corona-Pandemie hinterlässt auch in Teilen des Handwerks ihre Spuren. Während es den Bau- und Ausbaubetrieben weiterhin gut geht, sieht es in der Kfz-Branche und in Zulieferbetrieben schlechter aus. Der Ausblick auf den weiteren Verlauf ist von mehr Unsicherheit geprägt als bisher.

Mit 115,5 Punkten ist der Geschäftsklimaindex im Handwerk des Kammerbezirks Schwerin gegenüber dem Vorjahr um 17,4 Punkte gesunken. Nach den extremen Hochs vergangener Jahre bewegt er sich damit jetzt im guten Mittelfeld.

Bei der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage überwiegen die positiven Einschätzungen aber noch bei weitem. Rund 88 Prozent der Betriebe bezeichnen ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Das sind nur 6 Prozent weniger als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte bewerten ihre Geschäftslage als gut, für etwa ein Drittel stellt sie sich als befriedigend dar. Der Anteil derer, die eine schlechte Geschäftslage beklagen, hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf 12 Prozent verdoppelt.

Überdurchschnittlich positiv bewerten die Baubetriebe die Geschäftslage: Mehr als 98 Prozent bezeichnen ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend. Ähnlich gut geht es den Ausbauhandwerken, also z.B. den Elektro- oder Sanitär- und Heizungsbetrieben. Auch bei Bäckern und Fleischern ist die derzeitige Geschäftslage überwiegend gut.

Deutlich anders stellt sich die Situation in der Kfz-Branche dar: Fast 29 Prozent beklagen hier eine schlechte Geschäftslage, gefolgt von den Gesundheitshandwerken mit nahezu einem Viertel der Betriebe. Weniger zufrieden sind auch die Zulieferbetriebe und die persönlichen Dienstleister wie z.B. Friseure.

Volle Auftragsbücher und stabile Beschäftigung

Die Betriebsauslastung ist nach wie vor hoch: Volle Auslastung melden annähernd 60 Prozent. Nur bis zur Hälfte ausgelastet sind lediglich 8 Prozent. Der durchschnittliche Auftragsbestand beträgt 11 Wochen, bei rund 47 Prozent liegt er noch höher. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Auftragspolster aber schon etwas abgeschmolzen. Über dem Schnitt liegen das Bauhandwerk und die Zulieferbetriebe. Weit unter dem Schnitt liegt das Kfz-Handwerk mit Aufträgen für knapp zwei Wochen.

Die Beschäftigungssituation ist stabil. Rund 11 Prozent konnten ihr Personal aufstocken, einen Rückgang ihrer Beschäftigtenzahlen geben 12 Prozent an. Bei 77 Prozent ist die Anzahl der Mitarbeiter gleichgeblieben. In den Baubetrieben gibt es den größten Zuwachs und den geringsten Rückgang an Beschäftigten. In den Gesundheitshandwerken und bei den persönlichen Dienstleistern überwiegen die Abgänge.

Steigende Preise und stabile Investitionen

Die Preise für Rohstoffe, Materialien und Energie sind je nach Branche stabil geblieben oder angestiegen. Aktuell geben rund 45 Prozent an, dass sich die Einkaufspreise erhöht haben. Deutlich über dem Durchschnitt liegen die Preissteigerungen im Kfz-Handwerk.

Die Investitionsbereitschaft ist leicht gesunken. Mehr als die Hälfte der Betriebe haben aber gleichbleibend investiert wie in den Vormonaten.

Weitere Aussichten trüben sich ein

Den weiteren Konjunkturverlauf schätzen die Handwerker im Kammerbezirk verhaltener ein: Rund 85 Prozent der Betriebe gehen weiterhin von einer guten oder befriedigenden Geschäftsentwicklung aus. Davon erwarten aber nur noch 10 Prozent eine gute Geschäftslage. Das Gros stellt sich mit 74 Prozent auf eine zufriedenstellende Entwicklung ein.

Dieser Trend ist in nahezu allen Handwerksbranchen gleich. Lediglich die Gesundheitshandwerke erwarten eine deutliche Verbesserung. Überdurchschnittlich skeptisch in Bezug auf die künftige Geschäftslage sind die Kfz-Betriebe und die persönlichen Dienstleister.

„Corona hat das Handwerk nicht aus der Spur gebracht. Im Gegenteil sind gerade die Handwerker in diesen unsicheren Zeiten ein wesentlicher Faktor für Stabilität und Normalität des Wirtschaftsbetriebes und für die Beschäftigten. Aber auch bei uns gibt es Branchen und Unternehmen, die zu kämpfen haben und Unterstützung benötigen“, sagt Dr. Gunnar Pohl, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwerin.

„Auf die weitere Entwicklung sehen unsere Betriebe deutlich skeptischer als bisher, was sich im Geschäftsklimaindex niederschlägt“, so Pohl weiter. „Handwerk lebt im Wesentlichen von der Binnenkonjunktur. Wichtig ist, dass die Investitionsfähigkeit der öffentlichen Hand sowie der gewerblichen und privaten Kunden erhalten bleibt und gestärkt wird. Bundesweit gibt es die Prognose, dass das Handwerk das Jahr besser als die restliche Wirtschaft abschließen wird - wenn auch erstmals seit 2013 mit einem Umsatzminus. Voraussetzung ist, dass es keinen zweiten Lockdown gibt. Wir alle müssen dazu beitragen, dass sich nicht wiederholt, was im Frühjahr geschehen ist. Das könnten dann viele Betriebe wohl nicht mehr verkraften.“  

An der aktuellen Umfrage der Handwerkskammer Schwerin haben sich 255 Betriebe beteiligt. Zur Handwerkskammer Schwerin gehören rund 7.600 Handwerksbetriebe in der Landeshauptstadt Schwerin sowie in den Landkreisen Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und in Teilen des Landkreises Rostock.